Bruxismus (Knirschen, Pressen)

Bruxismus ist das v.a. nachts auftretende, unbewusst ablaufende Aufeinanderpressen und Knirschen der Zähne.
Bemerkt wird das starke 'Arbeiten' mit den Zähnen häufig erst durch Spannungskopfschmerz, Muskelschmerz oder durch den Partner, der das nächtliche Knirschen hört.
Das starke 'Arbeiten' mit den Zähnen wird vermehrt bei erhöhtem Stress, Angstzuständen, Schlafstörungen, aber auch bei starkem Kaffee- und Nikotinkonsum festgestellt.
Beim Knirschen und Pressen sind die Zähne ständig sehr hohen Kräften ausgesetzt, das Kiefergelenk wird stark beansprucht und die Muskulatur steht unter Spannung.
Folgen sind austrahlende Muskelschmerzen im Bereich der Kaumuskulatur, des Nackens, Rückens und des Kopfes.
Bei der Mundöffnung oder beim Mundschluss treten manchmal Knackgeräuche im Bereich des Kiefergelenkes auf.
Häufig weisen die Zähne starke Abriebspuren, so genannte Schlifffacetten auf und verlieren z.T. beträchtlich an Substanz, was zu starker Schmerzempfindlichkeit bis hin zu Verletzungen des Zahnnervs führen kann.
Zahnlockerungen und freiliegende Zahnwurzeln in Folge schneller fortschreitenden Knochenverlustes gehören ebenfalls zu den Folgeerscheinungen von chronischem Bruxismus.

Therapie

Zunächst ist es wichtig, dass Sie sich diese unbewusst ablaufende Tätigkeit bewusst machen, sich selbst intensiver beobachten. Die Zähne sollten sich bei der täglichen Arbeit nicht berühren. Sie sind dafür ausgelegt in der so genannten Ruheschwebelage, das heisst ca. 2mm Abstand zwischen Ober-und Unterkiefer, zu verweilen. Unterstützend dazu ist eine Selbstmassage der verspannten Muskeln von Vorteil. In einigen Fällen empfiehlt sich begleitend eine manuelle Therapie bei spezialisierten Physiotherapeuten durchführen zu lassen.

Die häufigste Therapieform ist die Aufbißschiene. Nach genauer Funktionanalyse Ihres Kausystems, wird eine durchsichtige Kunststoffschiene hergestellt, in deren Oberfläche Ihr Bewegungsprofil eingearbeitet wird.
Sie dient der Entlastung der Kiefergelenke und Muskulatur. Ihre Lage wird positiv beeinflusst.
Das gesamte Kausytem wird entlastet und das typische Muster der Kaumuskulatur, die Zähne fest zusammenzupressen, wird langsam aufgehoben.
Zusätzlich schont die Schiene Ihre Zähne vor weiterem Abrieb.

Liegen die Ursachen in der Zahnstellung oder Störkontakten der Zähne, können nach ausreichender Vorbehandlung Einschleifmaßnahmen, Zahnersatz oder auch kieferorthopädische Maßnahmen erfolgen.